26.04.2016

"Es darf kein Schüler verloren gehen"

Wirtschaftsforum ehrt sieben Schulen aus Stadt und Landkreis mit Berufswahl-Siegel

Freude über das Siegel: Christian Just (v.l.), Chef des Wirtschaftsforums, Thomas Deschner von der Förderschule St. Severin, Tobias Kriegl vom Wilhelm-Diess-Gymnasium Pocking, Laudatorin Anja Schuster, Bürgermeisterin Erika Träger, Ulrich Exinger von der Dreiflüsse-Realschule, Cornelia Zwirner vom ASG, Karin Stadler von der Musik-Grund- und Mittelschule Ruhstorf, Eva Kelch von der Arbeitsagentur, Schulleiterin Christine Graf von der Realschule Bad Griesbach, Klaus Stein von der Arbeitsagentur, Konrektor Josef Höcker von der Mittelschule Fürstenzell, Peter Wild von der Realschule Schweiklberg und Annette Ehmann von der Mittelschule Neustift in Passau. − Foto: Wildfeuer

Das Wirtschaftsforum Passau hat der Caritas-Förderschule St. Severin, den Mittelschulen Passau-Neustift und Fürstenzell, der Musik-Grundschule und -Mittelschule Ruhstorf, der Staatlichen Realschule Bad Griesbach, dem Adalbert-Stifter-Gymnasium und dem Wilhelm-Diess-Gymnasium Pocking für ihr Engagement in der Berufsorientierung das Berufswahl-Siegel verliehen. Es würdigte auf der Feier in der Handwerkskammer in Auerbach auch die Weiterentwicklung der Berufsvorbereitung und zeichnete die Dreiflüsse-Realschule Passau und die Coelestin-Maier-Realschule Schweiklberg mit einer Re-Zertifizierung aus.

"Es darf kein Schüler verloren gehen", sagte Vorstandsvorsitzender Christian Just. Anhand eines Dreiecks, das er aus einem Meterstab formte, zeigte er, wie sich die Alterspyramide verschoben hat. Er betonte angesichts des demographischen Wandels die Bedeutung der Berufsorientierung an den Schulen. Sie trage dazu bei, dass alle Schüler die richtige Ausbildung erhalten und die Zahl jener sinkt, die ihr Studium oder ihre Lehre abbrechen.

Das Berufswahl-Siegel sei eine Auszeichnung für Schulen mit einer besonders guten Berufs- oder Studienorientierung, sagte Bürgermeisterin Erika Träger. Sie ziele auf kontinuierliche und nachhaltige Qualitätssicherung. In der Region Passau gebe es bereits 18 Siegel-Schulen. Die Schüler erlebten dort bereits betriebliche Abläufe durch Praktika, Betriebsbesuche und Projekte.

Landrat-Stellvertreter Klaus Jeggle fand es erfreulich, dass nicht nur Mittel- und Realschulen, sondern auch Förderzentren und Gymnasien Berufsorientierung ermöglichen, weil es den Kindern und den Betrieben nütze. Sie förderten die Ausbildungsreife. Er würdigte, dass sie externe Partner an die Schule holen, Berufsorientierung als Gesamtkonzept und Teil des Unterrichts umsetzen.

Handwerkskammer-Vize Richard Hettmann lobte die jungen Leute dafür, dass sie sich für die duale Ausbildung interessieren. Sie sollten sich früh Gedanken über ihren Beruf machen. Damit könnten sie ausprobieren, ob ihnen die eine oder andere Tätigkeit gefällt. "Wir brauchen die jungen Menschen, egal wo sie herkommen, ob aus Syrien oder Deutschland", sagte Hettmann.

Unter der Moderation von Regionalmanagerin Heidi Bartl präsentierten die ausgezeichneten Schulen ihr Konzept. Die Förderschule St. Severin bereite in ihrer dreijährigen Berufsschulstufe Jugendliche anhand von vielfältigen Praktika und mit Hilfe von Praktikumsbegleitern auf die Arbeit in Werkstätten für Menschen mit Behinderung vor, sagte Schuleiter Thomas Deschner. Es gelinge aber immer wieder, Schüler am ersten Arbeitsmarkt unterzubringen. Neben der beruflichen Orientierungsmaßnahme gebe es unterstützte Beschäftigung, sagte Benedikt Wagner. Langzeitpraktika seien Training für eine Helfertätigkeit. "Mit großem persönlichen und leidenschaftlichen Einsatz ist die Schule bemüht, zur Integration in das Arbeitsleben beizutragen", sagte Anja Schuster von der Uni Passau in ihrer Laudatio.

Anhand beeindruckender Werkstücke aus Holz zeigte Johann Eder, Rektor der Mittelschule Fürstenzell, wie die Schule Freude am Werkstoff, Stolz auf das geschaffene Produkt und Kreativität fördert. Konrektor Josef Höcker berichtete über Projekte zum Titel "Soziales und Wirtschaft", darunter die hausgemachte Ausbildungsmesse oder das Schulservice-Team. Laudatorin Schuster würdigte, mit welch beispielhaftem Engagement Schülern Berufe nähergebracht werden.

Schülersprecherin Rosina Prager und Elena Nebl erzählten, wie die Mittelschule Neustift Jugendliche auf dem Weg zur Berufsausbildung unterstützt. Es gebe Schulberatergespräche, Berufswahltest, Berufseinstiegsbegleiter oder ein Berufsorientierungscamp, auf dem persönlicher Steckbrief und Bewerbungsmappe erarbeitet oder Vorstellungsgespräche geübt werden. Schuster lobte das hohe Niveau der Berufsorientierung, die inklusiv und differenziert sei.

Einstiegsbegleitung gibt es auch an der Musik-Grund- und –Mittelschule Ruhstorf, deren Projekte Rektor Frieder Köbele und Lehrerin Karin Stadler vorstellten. Schüler würden auch während der ersten sechs Monate der Ausbildung weiterbetreut. Ehemalige Schüler schilderten ihren Einstieg ins Berufsleben und nähmen den Absolventen die Angst vor dem ersten Tag. Jeweils eine Klasse übernehme die Organisation eines Spielzeugflohmarkts für Sr. Teresa in Simbabwe. Dass die Schule die Beziehung zu den Auszubildenden pflegt, lobte auch die Laudatorin.

Die Schülerinnen Katharina Schwarz und Madeleine Schäck berichteten über Kompetenz- und Interessenchecks, Assessment- und Bewerbungs-Training, Knigge-Kurs und Schul-Ausbildungsmesse der MINT-freundlichen Realschule Bad Griesbach. Hier könne man auch Wirtschaftsenglisch und bilingualen Geschichtsunterricht belegen oder den MINT-Master spielerisch erlernen. Die Jury überzeugte zudem, dass Leistungsschwächere Hilfen und -stärkere Zusatzqualifikation erhalten.

Mit einem Vorstellungsspiel über Körpersprache warteten Schüler eines P-Seminars des ASG auf. Simon Schneider erläuterte die unterschiedlichen Formen des Auftretens. Mitschüler und Lehrerin Cornelia Zwirner schilderten Ziele der Studien- und Berufsvorbereitung, zu der Präsentationsworkshop und die Unternehmensgründungsideen zählen. Schuster hob die innovativen W- und P-Seminare, die Kooperation mit Externen und das Anleiten zur Selbständigkeit hervor.

Tobias Kriegl vom Wilhelm-Diess-Gymnasium Pocking erzählte über die Studien- und Berufsmesse "Horizont" mit rund 40 Ausstellern, darunter Unis, Behörden und Betriebe. Sie ermögliche Schülern frühe Kontakte zu Hochschulen oder Betrieben. Die Jury honorierte die Effizienz der Messe und die Betriebspraktika. Wirtschaftsforumschef Just überreichte den Schulvertretern Urkunde und Berufswahlsiegel.

Das Berufswahlsiegel sei drei Jahre gültig, sagte Heidi Bartl. Wer sich in der Berufsorientierung bewährt und diese weiterentwickelt, erhalte eine Re-Zertifizierung. Zwei Schulen steigerten sich noch. Zu ihnen zählt die Realschule Schweiklberg, die mit ihrer "praktische Woche" und AG "Straubinger Freunde" die soziale Kompetenz der Kinder fördere, sagte Peter Wild, der ebenfalls mit Schülern kam. Die Jury lobte die Vorbildfunktion. Wirtschaftslehrer Ulrich Exinger von der Dreiflüsse-Realschule unterstrich die gute Vernetzung mit regionalen Unternehmen sowie Bewerbungstraining, Förderung der MINT-Fächer ab der Fünften und intensive Feedback-Kultur. Berufsorientierung sei fächerübergreifend fester Bestandteil, betonte die Jury.

QUELLE: PNP vom 23.04.2016 - Theresia Wildfeuer

Weitere Informationen zum Berufswahl-SIEGEL

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07.04.2016

Verleihung des Berufswahl-SIEGELS der Region Passau 2016

Das Wirtschaftsforum der Region Passau lädt Sie herzlich ein zur feierlichen Verleihung des Berufswahl-SIEGELS der Region Passau 2016 am Donnerstag, 21. April 2016 um 17 Uhr in der Handwerkskammer Passau, Simmerlingweg...[mehr]


Die Mitglieder der Jury

      ·          Britta Pinter, Regionalmanagerin am Wirtschaftsforum der Region Passau e.V.

       

      ·         Roland Biebl, Ausbildungsleiter ZF Friedrichshafen AG

       

      ·         Tamara Stegmaier, Regionalmanagement am Wirtschaftsforum Passau e.V.

       

      ·         Sylvia Breuherr, Beratungslehrerin an der Gisela-Realschule Passau-Niedernburg

       

      ·         Benedikt Eisenreich, Oberstufenkoordinator Auersperg-Gymnasium Passau Freudenhain

       

      ·         Eva-Maria Kelch, Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Passau

       

      ·         Cornelia Miggisch, Adalbert-Stifter-Mittelschule Wegscheid

       

      ·         Josef Sailer, Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz (Juryvorsitzender)

       

      ·         Anja Schuster, Leiterin Kommunikation und Marketing der Universität Passau

       

      ·         Dr. Klaus Stein, Vorsitzender der Geschäftsführung Agentur für Arbeit Passau

       

      ·         Florian Walter, IHK Niederbayern

           

          Mitglieder der Jury überprüfen die Maßnahmen der Schulen vor Ort. Die Schüler geben Einblick in die jeweiligen Besonderheiten und Schwerpunkte der Studien- und Berufsorientierung.

          v.l.: Hr. Eisenreich, Fr. Scharl, Hr. Sailer

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          Verleihungsveranstaltung am 30.Juni 2014 in der IHK Passau

          Zahlreiche Gäste bei der Verleihung
          Blick ins Publikum
          Eröffnung durch Herrn Dipl.-Kfm. Christian Just
          Mittelschule St. Nikola Passau
          Gisela-Realschule Passau-Niedernburg
          Columba-Neef-Realschule Neustift
          Auersperg-Gymnasium Passau-Freudenhain
          Alfons-Lindner-Schule Tiefenbach / Kirchberg v.W.

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